Viele junge Erwachsene, die in Heimen oder Pflegefamilien aufwachsen, stehen mit dem 18. Geburtstag plötzlich allein da. Finanzielle Unterstützung bricht weg, Verantwortung steigt von heute auf morgen. Gemeinsam mit SOS Kinderdorf Schweiz hat Fiul ein Angebot entwickelt, das jungen Careleaverinnen Orientierung, Mut und realistische Bildungschancen ermöglicht.
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Careleaverinnen müssen mit der Volljährigkeit oft alles gleichzeitig stemmen. Sie organisieren eine Ausbildung, sichern ihre Finanzen, suchen Wohnraum und stehen ohne familiäres Netz vor Entscheidungen, die grosse Auswirkungen auf ihre Zukunft haben.
SOS Kinderdorf Schweiz wollte verstehen, wie junge Erwachsene in dieser Situation wirkungsvoll unterstützt werden können. Ziel war ein Angebot, das echte Entlastung bringt und den Zugang zu Bildung und beruflichen Chancen erleichtert.
Gleichzeitig wollte Fiul sein eigenes Festtagsgeschenk für das Netzwerk sinnvoll einsetzen. So entstand die Idee, ein Projekt zu unterstützen, das jungen Menschen in der Schweiz neue Perspektiven eröffnet.
Gemeinsam mit SOS Kinderdorf Schweiz startete Fiul ein agiles Entwicklungsprojekt. Im Zentrum standen sieben engagierte Careleaverinnen, begleitet von Projektleiterin Sujata Wölflì Chakraborty, der Careleaverin Desiree Righetti und Fiul Facilitator Raffael Stöckli.
Die Ausgangsfragen lauteten
- Welche Bedürfnisse haben Careleaverinnen wirklich?
- Was hilft ihnen langfristig?
- Wie können wir schnell testen, was Wirkung entfaltet?
Der erste Ideation Workshop wurde schnell zum Reality Check. Hilfe anbieten ist gut gemeint, doch entscheidend ist, was davon wirklich nützt. Darum arbeiteten wir mit Prototypen, Zielgruppentests und vielen Gesprächen.
Interviews mit Careleaverinnen, Institutionen und Partnerorganisationen halfen, das Angebot zu schärfen. Immer wieder wurden Ideen verworfen, die zwar spannend klangen, aber bei der Zielgruppe keine Resonanz fanden.
Ein zentraler Erfolgsfaktor war die Mitwirkung der jungen Erwachsenen. Desiree Righetti, selbst Careleaverin, brachte ihre eigene Erfahrung ein und zeigte, wo Herausforderungen und Chancen liegen.
Sie wirkte im zweiten Workshop mit und wurde später Teil des Projektteams von SOS Kinderdorf Schweiz. Heute berät sie junge Erwachsene zu Berufswünschen und Entwicklungsmöglichkeiten.
Viele Careleaverinnen entscheiden sich früh für eine Ausbildung, die finanzielle Sicherheit bietet, aber nicht zwingend ihren Interessen entspricht. Eine spätere Umorientierung bedeutet Unsicherheit und Risiken, die sie ohne familiären Rückhalt kaum tragen können.
Hier setzt das neue Angebot an.
SOS Kinderdorf Schweiz unterstützt die jungen Menschen dabei, berufliche Perspektiven zu erkennen, Alternativen zu prüfen und zu verstehen, welche Wege realistisch und erreichbar sind.
Desiree beschreibt es so: "Was vielen fehlt, ist eine Aussenperspektive. Jemand, der ermutigt, Optionen aufzeigt und an sie glaubt."
Die Methoden aus den Fiul Workshops werden heute aktiv genutzt. User Research, Co Creation und iterative Entwicklung helfen dem Team, das Angebot laufend weiterzuentwickeln.
Das Projekt hat gezeigt, wie kraftvoll es ist, Careleaverinnen selbst einzubeziehen, zuzuhören und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die ihren Alltag wirklich verbessern.
Junge Erwachsene ohne familiären Rückhalt brauchen klare Orientierung, Unterstützung und Zugang zu Bildung. Das Projekt mit SOS Kinderdorf Schweiz zeigt, wie userzentrierte Angebotsentwicklung Wirkung entfaltet, wenn sie Menschen einbezieht, die täglich mit der Realität leben.
Fiul hat SOS Kinderdorf Schweiz geholfen, Bedürfnisse sichtbar zu machen und ein Angebot zu entwickeln, das Mut gibt, Perspektiven eröffnet und Chancen schafft.

Berater AI und Geschäftsentwicklung
Raffael wird von Menschen und Teams inspiriert, die den Status quo hinterfragen und gemeinsam Mehrwert schaffen. Privat tankt er Energie in der Zeit mit Familie und Freunden, am liebsten auf, im oder am Wasser.