29.10.2026

Wenn der wirtschaftliche Druck steigt und sich gleichzeitig die Bedürfnisse der Mitarbeitenden verändern, braucht es nebst strategischen Anpassungen, Lösungen, welche schnell und spürbar umgesetzt werden können. Die VEBO Produktion Oensingen stand genau vor dieser Herausforderung: Abteilungsleitende sollten entlastet, vorhandene Ressourcen besser eingesetzt und die Produktion schrittweise weiterentwickelt werden. In einem kompakten Workshop im Fiul Space entwickelte das Führungsteam dafür gemeinsam umsetzbare Ansätze.
Wenn der Alltag unter Druck gerät
Die VEBO engagiert sich im Kanton Solothurn für die berufliche und gesellschaftliche Integration von Menschen mit Beeinträchtigungen. Am Produktionsstandort Oensingen arbeiten Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen gemeinsam unter anderem an Aufträgen aus der Verpackungs-, Elektro- und Metallindustrie.
In den vergangenen Jahren hat sich das Profil der Mitarbeitenden mit Beeinträchtigungen spürbar verändert. Psychische Beeinträchtigungen nehmen zu, damit verbunden sind teilweise tiefere Arbeitspensen, eine geringere Belastbarkeit und ein höherer Betreuungsaufwand. Gleichzeitig bleibt das Auftragsvolumen bestehen, und der wirtschaftliche Druck auf die Produktionsabteilungen steigt.
Für die Abteilungsleitenden bedeutet das eine hohe Belastung: Sie koordinieren Aufträge, planen Einsätze, begleiten Mitarbeitende und übernehmen gleichzeitig fachliche und organisatorische Verantwortung – während kurzfristige Ausfälle die Planung zusätzlich erschweren.
Ins Machen kommen statt diskutieren
Gesucht war keine weitere strategische Diskussion, sondern ein Format, das die Verantwortlichen direkt ins Handeln bringt. Das operative Wissen der Abteilungsleitenden sollte einbezogen und für konkrete Verbesserungen genutzt werden.
Vom ersten Framing bis zum Workshop blieb wenig Zeit. Entsprechend eng arbeiteten Fiul, Produktmanagerin Produktion Nadja Suter und Markus Moser, Geschäftsführer des Standorts Oensingen, zusammen, um Ziel, Rahmen und Ablauf laufend zu schärfen.
Im Workshop im Fiul Space arbeiteten rund 15 Personen aus der Produktion an den drängendsten Herausforderungen des bestehenden Geschäfts. Der Fokus lag bewusst auf Lösungen, die kurz- bis mittelfristig umsetzbar sind.
Das Vorgehen im Workshop:
· Gemeinsames Identifizieren und Priorisieren der grössten Druckpunkte
· Mehrere Ideationsrunden zur Entwicklung von Lösungsansätzen
· Bau erster Prototypen statt abstrakter Konzepte
· Konkretisierung der nächsten Schritte mit klaren Verantwortlichkeiten
Fiul strukturierte den Prozess, moderierte den Austausch und brachte Beispiele aus anderen Organisationen und Branchen ein. Die fachliche Verantwortung blieb dabei konsequent bei den Menschen, die den Produktionsalltag am besten kennen.
Vier konkrete Lösungsansätze
Am Ende des Workshops waren die zentralen Druckpunkte nicht nur benannt, sondern priorisiert. Aus einer grossen Zahl an Ideen wurden vier Lösungsansätze vertieft und mit einer ersten Roadmap verbunden:
1. Anstellungsprozess | Produktionsbereiche und Arbeitsintegration tauschen sich künftig enger über benötigte Fähigkeiten und passende Einsatzmöglichkeiten aus.
2. Abteilungsübergreifender Jobtausch | Mitarbeitende lernen einzelne Bereiche über ein bis zwei Schnuppertage kennen, bevor ein umfassenderes Modell eingeführt wird.
3. Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg | Die Produktionsbereiche vernetzen sich stärker untereinander.
4. Zentralisierter Einkauf und Arbeitsvorbereitung | Ein Arbeitsvorbereitungsteam wird gezielt bei passenden Aufträgen eingesetzt.
Für alle vier Ansätze wurden erste Piloten, Analysefragen und nächste Schritte festgehalten.
Mehr als einzelne Ideen
Die wichtigste Wirkung lag nicht nur in den einzelnen Lösungsansätzen. Die Beteiligten entwickelten ein gemeinsames Verständnis der Herausforderungen und übernahmen Verantwortung für die weitere Umsetzung. Was vorher schwer zu greifen war, wurde zu einem überschaubaren nächsten Schritt.
«Mit einfachen Methoden, offenem Austausch und viel gemeinsamer Denkarbeit entstand aus Komplexität Klarheit. Genau darin liegt für mich der Wert solcher Workshops.»
Markus Moser, Geschäftsführer VEBO Produktion Oensingen
Was den Unterschied gemacht hat
Besonders war die enge Zusammenarbeit auf Augenhöhe: VEBO brachte die Erfahrung aus dem Produktionsalltag ein, Fiul sorgte für Struktur, Fokus und einen Rahmen, in dem Ideen schnell konkret werden konnten. So wurde in kurzer Zeit viel möglich.
Mit dem Workshop ist die Arbeit nicht abgeschlossen. Die entwickelten Ansätze sollen nun schrittweise erprobt, ausgewertet und weiterentwickelt werden.
Fazit
Der Workshop zeigt exemplarisch, was entsteht, wenn operative Erfahrung, unterschiedliche Perspektiven und ein klarer Prozess zusammenkommen: Aus einer unübersichtlichen Ausgangslage werden vier konkrete, umsetzbare Lösungsansätze – entwickelt von den Menschen, die den Produktionsalltag am besten kennen.
Für VEBO war das der entscheidende Schritt weg von der reinen Diskussion, hin zum Machen. Und auch für Fiul zeigt dieses Projekt, wie viel Wirkung in kurzer Zeit möglich ist, wenn Struktur und operatives Wissen aufeinandertreffen.

Berater Geschäftsentwicklung
Raffael wird von Menschen und Teams inspiriert, die den Status quo hinterfragen und gemeinsam Mehrwert schaffen. Privat tankt er Energie in der Zeit mit Familie und Freunden, am liebsten auf, im oder am Wasser.

Beraterin Geschäftsentwicklung
Linda denkt gerne gross, stösst Neues an und reisst andere mit. Beruflich wie privat liebt sie es, Energie in Bewegung zu bringen. Besonders die kleinen Details, die eine grosse Wirkung entfalten, bereichern ihr Leben.