Wie Verlustaversion, versunkene Kosten, der Bestätigungsfehler und die Expertenhaltung Strategiearbeit unbemerkt steuern, und was dagegen hilft.
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Eine Strategie scheitert selten an der Analyse. Sie scheitert daran, dass die Menschen, die sie entwickeln, ihre eigenen Denkmuster nicht sehen wollen. Märkte, Daten und Wettbewerb liegen offen vor uns. Was im Kopf passiert, bleibt unsichtbar.
Bei unseren Strategiebegleitungen tauchen immer wieder dieselben vier Muster auf. Sie sind zutiefst menschlich, gut erforscht und gerade deshalb so wirksam, weil sie unter dem Radar laufen.
Was wir bereits haben, gewichten wir höher als das, was wir gewinnen könnten. Im Strategieprozess zeigt sich das als leiser Reflex, lieber ein Risiko zu vermeiden als eine Chance zu nutzen. Das Resultat ist eine Strategie, die vieles absichert und wenig wirklich bewegt.
Wir halten an Strategien und Projekten fest, weil bereits viel Geld, Zeit und Prestige hineingeflossen sind. Dieses vergangene Investment sagt aber nichts darüber aus, ob es klug ist, weiterzumachen. Trotzdem fühlt sich ein Ausstieg wie ein Eingeständnis an, und so läuft weiter, was längst nicht mehr trägt.
In der Strategiearbeit nehmen wir vor allem das wahr, was die bisherige Linie stützt. Abweichende Signale drehen wir leiser. So wird aus einer Strategiediskussion langsam eine Selbstbestätigungsshow, und wir formulieren am Ende elegante Antworten auf die falschen Fragen.
Geschäftsleitungen und Verwaltungsräte sind oft überzeugt, sie hätten genug Marktwissen am Tisch, um eine gute Strategie zu formulieren. Mit Kundinnen und Kunden sprechen, Branchenlogiken hinterfragen, ungewöhnliche Quellen anzapfen, all das wirkt dann fast wie Zeitverschwendung. Bis ein Aussenseiter kommt und die ganze Branche neu sortiert.
Diese Muster lassen sich nicht wegtrainieren, sie gehören zur menschlichen Verdrahtung. Sichtbar machen lassen sie sich aber sehr wohl, und in der Praxis hilft dabei dreierlei.
Strategie ist eine Disziplin der Selbstwahrnehmung, bevor sie eine Disziplin der Marktanalyse wird. Wer die eigenen blinden Flecken kennt, trifft bessere Entscheidungen, ganz unabhängig davon, wie elegant die Folien am Ende aussehen.

Berater Strategie, Managing Partner
Sandro schöpft Energie daraus, gemeinsam mit Menschen zukunftsfähige Strategien für starke Organisationen und eine bessere Welt zu entwickeln. Privat liebt er es, unterwegs zu sein, Abenteuer zu erleben und die Welt zu entdecken, ob mit seiner Familie, inspirierenden Menschen oder auch mal alleine.